Augsburger Allgemeine vom 25. Oktober 2014

Bewerbungstraining

Gelungener Auftritt für den Karrierestart

Rotarier trainieren die Schüler der Mittelschule Friedberg. Vorbereitung für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben Von Susanna Schöler

Martina Reuter (rechts) führt nach dem Bewerbertraining an der Mittelschule ein Feedbackgespräch mit Rakshika Ravshankar. Foto: Susanna Schöler

Der erste Eindruck ist der entscheidende. In wenigen Sekunden bilden wir uns eine Meinung darüber, was wir über unser Gegenüber denken. Ein offener, freundlicher Gesichtsausdruck, ordentliche Kleidung und Interesse sind wesentliche Faktoren, auf die es bei einem Bewerbungsgespräch ankommt. Daher haben die Mitglieder des Rotary Clubs Friedberg beschlossen, Jugendliche auf diese Herausforderung vorzubereiten.

Daniela Ludwig, Lehrerin der Mittelschule Friedberg, freute sich, dass zehn Rotarier sich den ganzen Vormittag Zeit nahmen. Zusammen mit Rainer Lipczinsky und Katharina von Ciriacy-Wantrup von den Rotariern und Rektorin Claudia Faßnacht hatte sie sich für die Zusammenarbeit engagiert. Zum Auftakt der Veranstaltung stellte Rainer Lipczinsky, Incoming President des Rotary Clubs Friedberg, die Rotarier vor.

Bewerbungsmappen als Grundlage für ein Gespräch

Besonders spannend wurde die zweite Hälfte des Vormittags für die Schüler. Jeder von ihnen führte in einem separaten Raum mit einem der Rotarier ein 15-minütiges Bewerbungsgespräch. Anschließend bekamen die Schüler ein fünfminütiges Feedback auf diese Realsituation. Im Vorfeld hatten die Neunt- und Zehntklässler bereits Bewerbungsmappen erstellt, die die Grundlage für das Gespräch sind. Martina Reuter, Partnerin des amtierenden Präsidenten des Rotary Clubs Augsburg, Ernst Pfaff, ist von den Schülern beeindruckt. „Bis jetzt hatte ich lauter engagierte, fitte junge Menschen mir gegenüber.“ Die junge Südinderin Rakshika Ravishankar will zwar noch weiter zur Schule gehen, interessiert sich aber für den Beruf der Krankenschwester. Auffallend ist der Ehrgeiz der jungen Frau. „Ich musste für meine Bildung immer alleine kämpfen, da wir zu Hause kein Deutsch sprechen“, erzählt sie. Auch ihre Bewerbungsmappe macht bis auf einige Schreibfehler einen guten Eindruck.

Nicht jeder der Rotarier konnte einen solchen positiven Eindruck gewinnen. Manche der Schüler hatten nur lose Blätter abgegeben. „Ich musste einigen Mädchen raten, ein anderes Foto für die Bewerbungsunterlagen zu nehmen“, erzählt die Rechtsanwältin Katharina von Ciriacy-Wantrup.

Bei einer Gesprächsrunde am Ende der Veranstaltung tauschen sich Schüler, Lehrer und Rotarier über den Tag aus. Die Diskussion verlief überwiegend positiv. Ein paar Änderungen werden aber doch für nächstes Jahr geplant. Die Veranstaltung sollte auf freiwilliger Basis stattfinden. Nur diejenigen, die wirkliches Interesse haben, sollen dann die Zeit für sich nutzen können. Claudia Faßnacht ist jedoch sicher, dass sehr viele Schüler das Angebot wahrnehmen werden. „Durch die Übung bekommen die Schüler die nötige Routine. Das ist enorm wichtig für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben.“

 

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